Ruth Weiss – Eine Lesung

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Die Jugend muss Farbe bekennen. Es ist ihre Zukunft.“ Ruth Weiss

Am Freitag, den 12.10.2018, besuchten acht Vertreter des Hannah- Arendt-Gymnasiums die Lesung der Journalistin und Schriftstellerin Ruth Weiss. Die 94-jährige berichtete eindrücklich aus ihrem Leben und ihren Erlebnissen mit Ausgrenzung, Vertreibung und Mitmenschlichkeit, um heute mit jungen Menschen in den Austausch zu kommen und Erfahrungen zu teilen.

Ruth Weiss ist in Fürth geboren und verließ 1936 mit ihrer jüdischen Familie Deutschland, nachdem die Nationalsozialisten die Diskriminierung und Ausgrenzung jüdischer Mitbürger verstärkten. Ihre Familie zog nach Südafrika, wo ihr Vater für sie ein Auskommen gefunden hatte. Dort angekommen, begegnete sie anderen Ausgrenzungen, die dieses Mal durch die Hautfarbe und nicht durch die Religion bestimmt wurden. Dies war für Ruth Weiss der Anstoß, sich in ihrem privaten und beruflichen Leben als Journalisten gegen das Apartheidsregime, für die Gleichberechtigung der Menschen und das Miteinander einzusetzen. Ihr Engagement gegen Rassismus führt dazu, dass sie zeitweise zur Persona non grata, also zur unerwünschten Person, in Südafrika erklärt wurde und bis 1991 nicht dorthin zurückkehren konnte. Als Journalistin war Ruth Weiss u.a. für die Deutsche Welle oder den britischen Guardian tätig.

Die Lesung ihrer Biografie „Wege im harten Gras“ verdeutlichte dem Publikum, das vorwiegend aus jugendlichen Stipendiaten der Staatsstiftung sowie Schülerinnen und Schülern der Sportschule, des Helmholtz-, Humboldt- und Hannah-Arendt Gymnasiums bestand, ihre bewegte Lebensgeschichte. „Sie haben uns unsere Kindheit gestohlen.“, merkte die Autorin an und verwies dabei auch auf die Parallelen zur gegenwärtige Migrationswelle und die Folgen für die vielen Kinder, die aus ihrer gewohnten Umgebung fliehen und dabei viel zu schnell erwachsen werden müssen. Im Gespräch mit den Schülern unterstricht sie jedoch auch die Erfahrungen von Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit, die ihr in Verlauf ihres Lebens begegnet sind und appellierte: „Die Jugend muss Farbe bekennen. Es ist ihre Zukunft.“

Wir bedanken uns sehr bei der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie für die Einladung zu dieser eindrucksvollen Lesung.

 

Mehr zu Ruth Weiss in ihrer Biografie: „Wege im harten Gras“

Oder einem ihrer Romane: „Meine Schwester Sara“

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